Status und Entwicklung aus Sicht von Jessica – seit 2 Jahren aktiv mit dabei

Liebe Runde,
hier ein kleiner Abriss über unsere Gruppenentwicklung im Öko.See.Dorf.

  • Gestartet ist die Idee (inkl. Name, Webseite und Vision) mit Fokus auf ein bestehendes Gelände schon vor einigen Jahren, initiiert von einem Paar, das heute selbst nicht mehr dabei ist. Fokus war Friedrichshafen.
  • Es haben sich einige Menschen gefunden, die der bis dahin losen Gruppe beigetreten sind. Ziel war eine schnelle Genossenschafts-Gründung für das anvisierte Grundstück.
  • Die Kommunikation mit der Stadt um das Gelände dauerte und der Erhalt des Geländes wurde immer unsicherer.
  • Die Gründung der Genossenschaft hat sich gezogen, es wurde ein Verein gegründet (um als ein Organ zu fungieren um mit der Stadt zu sprechen) und die Mitglieder wurde in der Grundlagen der Soziokratie geschult. Es wurden vier Arbeitskreise gegründet und seitdem besteht auch ein Leitungskreis.
  • In dieser Phase kam ich erst ins Projekt (nicht, dass das von besonderer Wichtigkeit ist, aber erst ab diesem Punkt kann ich aus persönlichen Erfahrungen berichten 🙂 ) Das war Ende 2018 / Anfang 2019.
  • Die Arbeitskreise (Design / Architektur / Technik, Öffentlichkeitsarbeit, Rechtliches / Finanzielles, Gemeinschaftsbildung) arbeiten autark, jedes Mitglied kann in so viele Kreise mitarbeiten wie es möchte. Die meisten AKs tagen alle 2 Wochen. Der Leitungskreis arbeitet ebenfalls alle zwei Wochen.

Etwa 3 Mal im Jahr findet ein Gemeinschaftsbildungswochenende statt (initiiert vom AK Gemeinschaftsbildung).
Die Vereinsmitglieder sind über einen recht großen Radius verstreut. Die Wochenende sollen dazu dienen, sich kennen zulernen und inhaltlich gemeinsam weiter zu kommen.

Workshop Arbeit
  1. Im Frühjahr 2019 zum ersten Mal extern moderiert. Samstag diente zum Kennenlernen, Sonntag diente dazu festzulegen, was die Menschen die zu diesem Zeitpunkt im Verein waren zusammenhält. Die ursprüngliche Vision wurde geschärft und auf unsere Bedürfnisse ausformuliert (was bedeutet Gemeinschaft für uns, wo wollen wir nach einem Grundstück suchen, wie groß wollen wir werden usw.)
  2. Im Sommer 2019 wurde sich einfach nur locker ein Wochenende getroffen. Ohne große Agenda. 
  3. Im Herbst 2019 gab es die erste „ordentliche Vereinsversammlung“ und es wurde über konkrete und vorher eingereichte Beschlussvorlagen abgestimmt. Aus dem dringenden Bedürfnis heraus ein Grundstück zu finden, wurde dem Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit die Scouting-Aufgabe hinzugefügt.
  4. Frühjahr 2020: Es wird über eine ausführliche Beschlussvorlage entschieden. Wir gehen weg von der Vision ein großes Projekt (als EINE Genossenschaft zu bauen) und hin zu der Vision eine Dachgenossenschaft mit mehreren Projekten über die nächsten Jahre zu gründen (Ziel. Herbst 2020). Die Gründe dafür sind vielfältig und mir daher gerade etwas zu viel zum abtippen. 

Dieser Verlauf hängt stark mit dem Thema „Gemeinschaftsbildung“ zusammen, da die jeweiligen Schritte und Entscheidungen sehr individuell sind. Was ich in der Zeit bisher auf jeden Fall gelernt habe: Das Thema Gemeinschaft ist mindestens genauso wichtig wie all die praktischen Schritte die bis zum Einzug zu tun sind (Grundstück, Finanzierung, Bau usw.). Der Arbeitskreis „Gemeinschaftsbildung“ ist ein sehr wichtiger. Spätestens wenn es finanziell ans Eingemachte geht, wird sich zeigen wie gut wir zusammen arbeiten und wie sehr wir aneinander und das Projekt glauben.
Sven Jung hat schon viele Gruppen begleitet und immer wieder erwähnt wie viele Gruppen es (spätestens an diesem kritischen Punkt) dann eben auch nicht geschafft haben, weil Konflikte aufgekeimt sind oder Misstrauen / Fragen zu groß waren. ich erinnere mich sinngemäß an ein Zitat von ihm „Und selbst wenn es zum Bau und Einzug kommt, bringt es nichts wenn die Gemeinschaft im A*** ist – so wie schon bei dem ein oder anderen Ehepaar passiert. Das Haus steht endlich und die Ehe ist am Bau zerbrochen“.
Kleine organisatorische Randnotiz: Zur Absprache (Termine, Umfragen, Beiträge usw.) nutzen wir die Software SPOND. Für Widerstandsabfrage nutzen wir acceptify.
So, das war es erst mal was so in meinem Kopf rumgeschwebt ist. 
Herzliche Grüße aus Hamburg

Jessica